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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

10.03.2011
Variable Stromtarife wenig vorteilhaft

Verbraucherzentrale Sachsen informiert über regionale Angebote

Als Anreiz zum Energiesparen im Haushalt wurde den Energieversorgern zum 30.12.2010 auferlegt, ihren Kunden zeitvariable und auch lastenabhängige Stromtarife anzubieten. Mit der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie sollte Strom zu bestimmten Tageszeiten günstiger erhältlich sein. Notwendig für die zeitabhängige Messung und Abrechnung der Stromkosten sind jedoch intelligente Stromzähler.

Knapp zwei Monate nach der Pflicht zu variablen Tarifen untersuchte das Internetportal Verivox die 100 größten Grundversorger. Darunter befanden sich auch die in Chemnitz, Dresden und Leipzig sowie die ENSO Energie Sachsen Ost AG (Dresden) und die envia Mitteldeutsche Energie AG (Chemnitz).

"Die Ergebnisse sind ernüchternd", resümiert Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. "Alle untersuchten Grundversorger bieten zeitvariable Tarife an. Darunter sind auch Tarife mit bis zu sechs Zeitzonen. Betrachtet man allerdings konkret die sächsischen Grundversorger, so sind es nur die Stadtwerke Leipzig und die Stadtwerke Dresden, die einen digitalen Zähler zum Einsatz bringen und damit tatsächlich zeit- und lastenvariabel abrechnen können. Der Zähler schlägt in Leipzig jedoch gleich mit rund 140 Euro Zusatzkosten für die Verbraucher zu Buche. Grundversorger in Aue, Bautzen, Chemnitz, Freiberg, Görlitz, Hoyerswerda, Riesa, Torgau, Weißwasser und Zwickau begnügen sich mit den gesetzlichen Minimalforderungen. Dort bietet man den aus der Zeit der Nachtspeicheröfen bekannten Tag- und Nachttarif an – sowie einen Wärmepumpenstromtarif.

Darüber hinaus wurden die zeitvariablen Tarife mit den Einheitstarifen der Grundversorgung verglichen. Bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom liegt die Einsparung durchschnittlich bei nur 18 Euro pro Jahr. Maximal können Verbraucher rund 120 Euro gegenüber der Grundversorgung einsparen. Ungünstige variable Tarife können dementgegen sogar zu Mehrkosten von ca. 60 Euro führen.

"Die Tarife laden nicht gerade zum Stromsparen ein", schlussfolgert Pause. Eine nennenswerte Ersparnis ist nur möglich, wenn die Nutzung von Waschmaschine und Co. stark in die Nacht- und frühen Morgenstunden verlagert wird. Um zehn Prozent des jährlichen Stromverbrauchs in günstigere Tageszeiten zu verlegen, muss man sich zum Sklaven seines Stromzählers machen und spart jährlich nur rund 44 Euro ein. Dabei reduzieren klassische Energiesparmaßnahmen und der Wechsel zu einem günstigeren Tarifmodell des örtlichen Versorgers oder zu einem bundesweiten Versorger die Stromkosten weitaus deutlicher."


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen e.V., Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/link853601A.html